CEP One Lösungspakete: API Solution vs. SAP Full Solution

Logistik-IT-Entscheider und SAP-Entwickler, die eine Einführung von CEP One prüfen, stehen früh vor einer Grundsatzfrage: Reicht ein schlanker, flexibler Zugang aus, oder soll CEP One tief in die bestehende SAP-Landschaft eingebunden werden? Dieser Beitrag vergleicht die beiden dafür vorgesehenen Lösungspakete, ihr gemeinsames Abrechnungsmodell und die zugesicherte Verfügbarkeit.

Einleitung

CEP One wird nicht als einzelnes, starres Produkt angeboten, sondern in zwei Lösungspaketen mit unterschiedlichem Integrationsumfang. Welches Paket zum eigenen Vorhaben passt, hängt davon ab, wie tief die Anbindung in das SAP-System hineinreichen soll. Dieser Artikel ordnet beide Pakete ein, erklärt das gemeinsame Abrechnungsmodell und zeigt, worauf sich die zugesicherte Verfügbarkeit bezieht.

Zwei Lösungspakete: API Solution und SAP Full Solution im Überblick

Es gibt zwei Lösungspakete: die API Solution für den flexiblen Einstieg und die SAP Full Solution mit vollständiger SAP-Integration über das CEP Add-on. Beide Pakete arbeiten nach demselben Abrechnungsmodell "Pay per Message / CEP" und derselben zugesicherten Verfügbarkeit – der Unterschied liegt im Integrationsumfang, nicht in der Abrechnung. Für IT-Architekten, die eine bestehende Systemlandschaft bewerten, ist das eine wichtige Unterscheidung: Die Wahl des Pakets ist zunächst eine Frage des gewünschten Integrationstiefe, nicht des Preismodells.

Gemeinsame architektonische Basis beider Pakete

Bevor sich die beiden Pakete inhaltlich unterscheiden lassen, lohnt sich der Blick auf das, was für beide gleichermaßen gilt. SAP und die angebundenen Carrier sind architektonisch vollständig entkoppelt; es gibt keine carrier-spezifischen Modifikationen im SAP-Core. Aus dem SAP-Backend wird unabhängig vom Carrier immer dieselbe standardisierte Datenstruktur an CEP One gesendet – ein Datenmodell, ein Request-Format, ein einheitlicher Prozess. CEP One bietet eine zentrale Kontrollinstanz für die gesamte Versandkommunikation (Sicherheit & Governance). Dabei wächst CEP One mit dem Versandvolumen, ohne dass bei steigendem Durchsatz ein Re-Engineering nötig ist – unabhängig davon, ob die Anbindung über die API Solution oder die SAP Full Solution erfolgt. Diese vier Eigenschaften sind Solution-weite Grundlagen und damit nicht Gegenstand der Paketwahl, sondern deren gemeinsame Basis.

Die API Solution für den flexiblen Einstieg

Die API Solution ist das Paket für den flexiblen Einstieg. Sie eignet sich für Szenarien, in denen eine schnell nutzbare Anbindung an das Carrier-Netzwerk im Vordergrund steht, ohne dass zunächst die vollständige SAP-seitige Prozessintegration umgesetzt werden muss. Die im vorherigen Abschnitt beschriebene architektonische Basis – Entkopplung, standardisierte Datenstruktur, zentrale Kontrollinstanz und Skalierung – gilt dabei bereits vollständig, auch ohne die tiefergehende SAP-Prozessintegration der SAP Full Solution.

Die SAP Full Solution mit vollständiger SAP-Integration über das CEP Add-on

Die SAP Full Solution geht über die API Solution hinaus und integriert CEP One vollständig in bestehende SAP-Prozesse, über das CEP Add-on. Konkret bedeutet das: Versanddaten werden automatisiert aus SAP ECC, S/4HANA, EWM oder TM abgerufen und strukturiert an den jeweiligen Carrier übermittelt, Versandaufträge werden automatisch bei den angebundenen Carriern angemeldet, Versandlabels werden carrierspezifisch generiert und direkt im SAP-Prozess bereitgestellt, und Carrier-Sendungsnummern sowie Trackingdaten werden automatisch ins SAP-System zurückgespielt. Anonyme, neutrale Versandlabels für Paletten- und Stückgutverkehre sind zusätzlich möglich, u. a. für Speditionen/Kooperationen wie DACHSER, DSV, Kühne+Nagel oder IDS. Für SAP-Entwickler bedeutet das Add-on damit einen deutlich tieferen Eingriffspunkt in den Warenausgangsprozess als die reine API-Anbindung – bei gleichzeitig geringerer Abhängigkeit von einzelnen Versanddienstleistern, weil Carrier zentral über CEP One angebunden sind und sich wechseln lassen, ohne das SAP-System umzubauen.

Das Abrechnungsmodell: Pay per Message / CEP

Unabhängig davon, welches der beiden Pakete gewählt wird, arbeiten beide nach demselben Abrechnungsmodell "Pay per Message / CEP". Dieses Modell gilt paketübergreifend – es gibt kein separates Abrechnungsschema für die API Solution gegenüber der SAP Full Solution. Für Logistik-IT-Entscheider bedeutet das: Die Entscheidung zwischen den beiden Paketen lässt sich unabhängig von Abrechnungsfragen treffen und ausschließlich am benötigten Integrationsumfang ausrichten.

Verfügbarkeit und individuelle Konditionen

Für beide Pakete wird eine Verfügbarkeit von 99,95 % zugesichert – auch dieser Wert unterscheidet sich nicht zwischen API Solution und SAP Full Solution. Die konkreten Konditionen werden stattdessen individuell auf das jeweilige Versandvolumen und die genutzten Carrier-Anbindungen abgestimmt. Wer die beiden Pakete vergleicht, sollte diese Individualisierung entsprechend in die eigene Planung einbeziehen, statt von einem pauschalen Betrag auszugehen.

Welches Paket passt zu welchem Anwendungsfall?

Die Entscheidung zwischen beiden Paketen lässt sich auf die im vorherigen Abschnitt beschriebene Grundfrage zurückführen: flexibler Einstieg über die API Solution oder vollständige SAP-Integration über die SAP Full Solution mit dem CEP Add-on. Wo eine schnelle, schlanke Anbindung an das Carrier-Netzwerk im Vordergrund steht, liegt die API Solution näher. Wo hingegen die gesamte Versandkommunikation – vom automatisierten Datenabruf über die Label-Erzeugung bis zur Rückspielung von Sendungsnummern und Trackingdaten – direkt im SAP-Prozess abgebildet werden soll, ist die SAP Full Solution das dafür vorgesehene Paket. Da Abrechnungsmodell und Verfügbarkeit bei beiden Paketen identisch sind, bleibt der Integrationsumfang das eigentliche Unterscheidungsmerkmal.

Für IT-Architekten, die eine mehrstufige Einführung planen, ergibt sich daraus ein pragmatischer Weg: Der Einstieg über die API Solution schließt eine spätere Erweiterung auf die SAP Full Solution nicht aus, da beide Pakete auf derselben architektonischen Basis – Entkopplung, standardisierte Datenstruktur, zentrale Kontrollinstanz – aufsetzen. Wer umgekehrt von Beginn an die vollständige Prozessintegration inklusive automatisiertem Datenabruf, Label-Erzeugung und Tracking-Rückspielung benötigt, plant von vornherein mit der SAP Full Solution und dem CEP Add-on.

Fazit

CEP One lässt sich über zwei Lösungspakete beziehen: die API Solution für den flexiblen Einstieg und die SAP Full Solution mit vollständiger SAP-Integration über das CEP Add-on. Beide arbeiten nach demselben Abrechnungsmodell "Pay per Message / CEP", beiden wird dieselbe Verfügbarkeit von 99,95 % zugesichert, und beide unterliegen individuell abgestimmten Konditionen statt eines festen Preisschilds. Die eigentliche Entscheidung fällt damit über den gewünschten Integrationsumfang. Wie die zentrale Integrationsschicht von CEP One grundsätzlich aufgebaut ist, beschreibt der Artikel Was ist die zentrale Integrationsschicht von CEP One?.

Sie möchten mehr erfahren?

Kontaktieren Sie uns — wir beraten Sie gerne zu Ihren Integrationsprojekten.

Kontakt aufnehmen

← Zurück zur Übersicht